Flea | Honora
Nach einer fast fünf Jahrzehnte währenden Karriere (die noch immer anhält) als einer der prägendsten Rockbassisten seiner Generation veröffentlicht Flea am 27. März 2026 sein erstes Soloalbum „ Honora“ über Nonesuch Records. Endlich hat er sich seinen musikalischen Wurzeln – Jazz und Trompete – wieder zugewandt. Das Album enthält Gesang von Flea selbst sowie Gastbeiträge seiner Freunde Thom Yorke und Nick Cave. Bereits vor über zehn Jahren arbeitete Flea mit Thom Yorke an dem von der Kritik gefeierten, aber kurzlebigen Projekt Atoms for Peace zusammen.
Für Honora, benannt nach einem geliebten Familienmitglied, komponierte und arrangierte Flea die Musik und spielt durchgehend Trompete und Bass. Ihm zur Seite steht ein hochkarätiges Team von Visionären des modernen Jazz: Albumproduzent und Saxophonist Josh Johnson, Gitarrist Jeff Parker, Bassistin Anna Butterss und Schlagzeuger Deantoni Parks. Auch Mauro Refosco (David Byrne, Atoms for Peace) und Nate Walcott (Bright Eyes) – neben vielen anderen – wirkten mit.
Das Album besteht aus sechs Originaltiteln – darunter ein von Flea, Josh Johnson und Thom Yorke geschriebener Titel – sowie Interpretationen von Kompositionen von George Clinton und Eddie Hazel, Jimmy Webb, Frank Ocean und Shea Taylor und Ann Ronell.
Flea (bürgerlich Michael Peter Balzary) ist einer der bekanntesten Bassisten der Rockgeschichte. Mit seinem explosiven Spiel, seiner unbändigen Energie und seiner Fähigkeit, Funk, Punk, Rock und Psychedelic-Elemente zu verschmelzen, war er eine treibende Kraft hinter einer der erfolgreichsten Bands der Welt und hat gleichzeitig eine Karriere aufgebaut, die weit über ein einziges Genre hinausreicht.
Sein Name ist untrennbar mit den Red Hot Chili Peppers verbunden, die er Anfang der 1980er-Jahre in Los Angeles mitbegründete. Die frühen Veröffentlichungen der Band zeichneten sich durch rohe Punk-Energie und funkige Basslinien aus, doch erst mit ihrem Durchbruchalbum „Blood Sugar Sex Magik“ (1991) gelang Flea und den anderen Bandmitgliedern der weltweite Durchbruch. Das Album – mit Titeln wie „Give It Away“ und „Under the Bridge“ – zeigte eine neue Reife in ihrem Songwriting und ihrer Dynamik, wobei Fleas Bassspiel sowohl aggressiv als auch melodisch und emotional zugleich sein konnte.
In den folgenden Jahren entwickelten die Red Hot Chili Peppers ihren Stil auf bedeutenden Alben wie „ Californication“ (1999), „By the Way “ (2002) und dem Doppelalbum „Stadium Arcadium“ (2006) weiter. Hier wurde Fleas Rolle als mehr als nur ein rhythmischer Fundamentträger deutlich: Seine Basslinien fungierten oft als melodische Kontrapunkte, die den Songs Tiefe und Charakter verliehen. Die Kombination aus technischer Virtuosität und intuitivem musikalischem Können machte ihn zu einem großen Vorbild für Bassisten weltweit.
Parallel zu seiner Arbeit bei den Red Hot Chili Peppers suchte Flea stets nach neuen musikalischen Ausdrucksmöglichkeiten. Er war an einer Vielzahl von Nebenprojekten und Kollaborationen beteiligt, darunter Atoms For Peace mit Thom Yorke, das sich auf elektronischere und rhythmischere Musik konzentrierte. Außerdem war er Teil der Supergroup Rocket Juice & The Moon mit Damon Albarn und Tony Allen, einem Projekt, das Afrobeat, Funk und Psychedelic Rock vereinte. Hinzu kommen kürzere, aber prägende Phasen mit Bands wie Jane's Addiction und Antemasque.
Fleas musikalische Neugierde reicht weit über den E-Bass hinaus. Über die Jahre hat er Jazz und Trompete – sein ursprüngliches Instrument – weiterentwickelt, und diese Seite seiner Musikalität ist nach und nach in den Vordergrund getreten. Sie gipfelt nun in seinem Soloprojekt, in dem er sich vom festen Rahmen des Rock löst und in ein offeneres, improvisatorisches und jazzorientiertes Universum vordringt.
Sehen Sie sich hier das Musikvideo zur Leadsingle „A Plea“ aus dem Album Honora an: